Peter
Flötner

Bildhauer, Grafiker, Xylograph, Kupferstecher

gest. Nürnberg, 23. Okt 1546

Berühmter Künstler der Renaissance in Nürnberg. Über seine Person ist kaum etwas bekannt. Sein meist ungesichertes Oeuvre umfasst ungefähr hundert Holzschnitte, zwei Kupferstiche, ca. siebzig meist unbeachtete Zeichnungen, ca. dreißig Skulpturen und Plastiken, eine Zimmerausstattung (Hirsvogelsaal) und sein Plakettenwerk, dessen Zuschreibung auf Nennungen des 17. Jh. basiert.

Der Entwurfsbereich Flötners nimmt wohl einen geringeren Stellenwert als früher vermutet ein. Ein weiteres Problem ist die Divergenz zwischen Entwurf und ausgeführtem Kunstwerk, so der Apollobrunnen (heute im Fembohaus), dessen Zeichnung eine höhere künstlerische Qualität aufweist als der Guss. Flötner war vielleicht der erste deutsche Künstler, der "bedingungslos" die Sprache der italienischen Renaissance übernahm. Er scheint sich an der Herstellung nackter Putti und Grotesken zu ergötzt zu haben und teilte mit den Gebrüdern Sebald und Barthel Beham den Hang zur Erotik, der selbst bei Dürer punktuell erkennbar war. Flötner nahm Nacktheit und Lust nicht ohne Humor, wie unter anderem sein "menschliches Alphabet" zeigt.

Für die Architekturrezeption können seine Säulenholzschnitte von Bedeutung gewesen sein. Die chronologische Einordnung seiner Werke ist nicht problemfrei.

Dr. Pablo de la Riestra

Zeit: 16. Jh.